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Consious software for a conscious world - das IT-Unternehmen velian über Holakratie und New Work.

Consious software for a conscious world - das IT-Unternehmen velian über Holakratie und New Work.

Das Braunschweiger IT-Unternehmen velian hat sich der ganzheitlichen Organisationsform Holakratie verschrieben. In diesem Beitrag berichtet Susanne Smykala, Personalreferentin und Marketingmanagerin, über das Konzept Holakratie und wie der spannende Prozess bei der velian GmbH gelebt wird.
 

Intro der Redaktion:

Zugegeben, als ich vor wenigen Wochen das erste Mal von Holakratie hörte, musste ich das erst mal googlen. Von New Work, Arbeiten 4.0 oder der Arbeitswelt der Zukunft hat man hier und da als Buzzword ja schon gelesen - unter anderem in dieser #arbeitgeberStory.


Aber was genau ist nun Holakratie?


Wenn ich es richtig verstehe, bezeichnet Holakratie eine Denkschule, die die Zusammenarbeit von Menschen in einer Organisation und insbesondere die Entscheidungsfindung durch Transparenz und Partizipation aller Beteiligten nach demokratischen Prinzipien organisiert.


Im klassischen Sinne gibt es keine Mitarbeiter, sondern eher Miteigentümer und Geschäftspartner. Holakratische Unternehmen sind in diesem Verständnis näher an einer Demokratie als an einer Hierarchie.


Wikipedia schreibt: 

Holakratie [...] ist eine Systemik, die Entscheidungsfindungen „mit durch alle Ebenen hindurch gewünschter Transparenz und partizipativen Beteiligungsmöglichkeiten“ in großen Netzwerken und vielschichtigen Unternehmen eine günstige Struktur gibt.


Bekannte Vertreter sind das US-Amerikanische Zalando-Vorbild Zappos mit 1.500 Mitarbeitern, die gerade ihren Chef abschaffen, sowie der Unternehmer und "Erfinder" von Holakratie Brian Robertson mit seinen Unternehmen HolacracyOne und Ternary Software Corporation.


Auch das Braunschweiger IT-Unternehmen velian beschäftigt sich seit 1,5 Jahren mit dieser ganzheitlichen Organisationsform - einem Prozess, bei dem man wohl nur besser werden kann, der aber nie ganz beendet ist.


Darum geht es in dieser #arbeitgeberStory, die uns Susanne Smykala, Personalreferentin und Marketingmanagerin bei velian, zur Verfügung gestellt hat.


Sehr spannend, das lesen lohnt sich.

 

Susanne Smykala, velian GmbH.


Faktencheck zu Holakratie


New Work sowie Arbeitswelt 4.0 sind die bekannten Schlagworte, wenn man heute von neuen Arbeitsformen und Unternehmenskulturen spricht.


Unsere Arbeits- und Unternehmenskultur ist gekennzeichnet von:

 

  • Flache Hierarchien, 
  • Selbstorganisation, 
  • starkes Mitwirken und mehr Verantwortung für jeden Einzelnen.


Doch was genau ist Holakratie und welchen Nutzen bringt es uns?

Weltweit gibt es, nach Schätzungen von HolacracyOne, lediglich zwischen 150 und 200 Organisationen, die nach der holakratischen Organisationsform arbeiten.


Die Holakratie wurde vom amerikanischen Unternehmer Brian Robertson entwickelt und stellt eine Praxis zur Regelung und Führung von Organisationen dar.
 

HalocrayOne: 

Holacracy is a new way of running an organization that removes power from a management hierarchy and distributes it across clear roles. The work can then be executed autonomously, without micromanagement.


Anders als bei steil-hierarchischen Strukturen, ist der Aufbau der Organisation in ein Vernetzungsgeflecht einzelner Kreise aufgeteilt. Diese stehen durch die sogenannte „Lead-Link“-Rolle jeweils miteinander in Verbindung.


Ausübung von Rollen statt Funktionen


Mitarbeiter haben grundlegend keine Funktionen mehr inne, sondern nehmen definierte Rollen ein.


Denn Konflikte entstehen oft da, wo Zuständigkeiten nicht genau oder mangelhaft erklärt sind.


Durch flexible Rollenbeschreibungen, die in einem Co-Creation-Prozess (im sog. Governance-Meeting) änderbar sind, ist es möglich, auf veränderte Marktbedingungen oder strategische Ausrichtungen des Unternehmens agil zu reagieren.


Darüber hinaus gibt die Geschäftsführung immer mehr Steuerung ab, was gleichzeitig zu einer Entlastung dieser führt.


Die Steuerung wird durch einen allgemeinen Organisationskreis, der aus verschiedenen, zentralen Rollen besteht, übernommen.


Dabei trägt jeder Mitarbeiter Verantwortung für und in seiner Rolle. Er ist aufgefordert eigene Entscheidungen im Rahmen seiner Rolle zu treffen, die sich nach dem Zweck des Unternehmens richten.  

 

Der Zweck des Unternehmens – der purpose: Was treibt uns an?


Ganz zentral in der Holakratie steht der Unternehmenszweck, der purpose.


Dieser findet sich nicht in der Gewinnmaximierung, sondern soll einen starken Antrieb der gesamten Organisation sowie Ausrichtung darstellen.


Zentrale Fragen sind:

  • Weshalb existiert das Unternehmen? 
  • Was möchte das Unternehmen auf der Welt bewirken?


Integrative Entscheidungsfindung


Die Meetings in der Holakratie sind klar strukturiert und weisen eine Trennung zwischen strategischen und operativen Themen auf.


So gibt es drei Meeting-Formate:

  1. Strategy-Meeting (langfristige Ausrichtung des Unternehmens)
  2. Governance-Meeting (Rollenzuständigkeiten, Kreise, Richtlinien)
  3. Operativ-Meeting (konkretes Tagesgeschäft)

Die integrative Entscheidungsfindung ist Bestandteil des Governancemeetings und führt zu einer dynamischen Steuerung.
 

Bei der Entscheidungsfindung wird nicht unbedingt die perfekte Lösung angestrebt, sondern eine Brauchbare und ggf. später Korrigierbare.


Bearbeitung von Spannungen


Das wichtigste Konzept in der Holakratie stellt die Spannungsbearbeitung dar.


Spannungen bieten Impulse für eine evolutionäre Weiterentwicklung, für Veränderung und Wachstum.
 

Jeder Mitarbeiter ist in der Lage Spannungen zu äußern, wie z.B. notwendige Änderungen in Abläufen oder Ressourcen, die eine Verbesserung bewirken.


So wird gewährleistet, dass jeder Mitarbeiter gehört wird und Veränderungen im Unternehmen bewirken kann.


Holakratie bei velian – ein spannender Prozess

Mitarbeiter der velian GmbH.
 

Wir befinden uns gerade in der Anfangsphase der Umsetzung.


Zwar beschäftigen wir uns seit 1,5 Jahren mit Holakratie, allerdings ist erst seit Ende Februar 2016 das gesamte Unternehmen inklusive des Gesellschafterkreises auf die neue Unternehmensform umgestellt.


Alle Personen im Unternehmen wurden monatelang davor, mit Hilfe intensiver Workshops, an das Konzept und der Vorgehensweise von Holakratie herangeführt.


Mittlerweile existieren 2 Kreise und mehrere Meetings haben innerhalb dieser stattgefunden.


Unser purpose „We create consious software for a conscious world“ entstand in einem intensiven Workshop im August 2015.


Unser Ziel ist es achtsamer und nachhaltiger mit Ressourcen umzugehen, die wir nutzen und generieren. Unsere Software soll unsere Kunden zu einer erhöhten Wahrnehmung bezüglich der eigenen Prozesse und Arbeitsweisen verhelfen.


Gleichzeitig soll sie Spaß machen und eine WIN-WIN-WIN Situation (Erfolg für den Kunden, Erfolg für das Gemeinwohl, Erfolg für die velian) erzielen.
 

Dafür entwickeln wir aktuell eine Industrie 4.0-Lösung, die dies in sich verkörpert und einen neuen Ansatz im Bereich des Produktlebenszyklus bringt.


Verbunden mit der Umstellung auf Holakratie, ergeben sich auch einige Herausforderungen für uns.


Immer wieder werden uns Spannungen ersichtlich, für die es gerade noch keine Lösung gibt.


Schwierig ist es zudem, die taktischen und strategischen Meetings regelmäßig durchzuführen und in den oft stressigen Alltag zu integrieren.


Des Weiteren ist auch nicht jeder Mitarbeiter von dem neuen Weg überzeugt. Holakratie bedeutet sehr viel mehr Eigenverantwortung und eine intensivere Kommunikation. Das ist nicht für jeden etwas.



Abschließende Gedanken

Unser Ziel ist es Ende 2016 einen stabilen, holakratischen Unternehmensstil zu realisieren. Bis dahin warten sicherlich noch viele Herausforderungen auf uns, aber auch viele herausragende Ereignisse und Erkenntnisse.



Holakratie eignet sich sicherlich nicht für jedes Unternehmen. Es ist eine andere und neue Arbeitsform, die die Mitarbeiter mehr mitwirken und freier gestalten lässt.


Das Unternehmen gewinnt somit mehr an Flexibilität und Produktivität.

Lust auf Holakratie und velian bekommen? velian sucht gerade kluge Köpfe im Bereich IT - also gerne mal vorbeischauen oder weiter empfehlen.


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Über #arbeitgeberStories:

In der Serie Arbeitgeber-Stories sammeln wir für euch Insights, Geschichten und Anekdoten von attraktiven Arbeitgebern aus unserem Netzwerk rund um Unternehmenskultur, Events, Technologie und Tools, die wir interessant und teilenswert finden. Vorschläge nehmen wir unter redaktion@feelgood-at-work.de entgegen.

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