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Wie man das tut, was man gar nicht tun möchte

Wie man das tut, was man gar nicht tun möchte

Prokrastination, ihre Gründe und wie man sie überwindet

Es gibt Dinge, die tut man einfach nicht gern: Das eine Projekt, das man absichtlich immer wieder vor sich herschiebt, obwohl die Deadline bedrohlich näher rückt. Oder das Telefonat mit dem Kunden, der auf Rückruf wartet und von dem man weiß, dass er endlos Reden oder sich nur beschweren wird. Wir schieben Dinge auf, weil wir sie eigentlich gar nicht erledigen wollen und es uns lästig ist. Dabei erzeugt gerade dieses Aufschieben Stress, Schuldgefühle und Frustration. Wir erklären, mit welchen Methoden man das Gefühl der Prokrastination überlisten kann.

 

Wer auch unliebsame Dinge gleich erledigt, kann zufriedener arbeiten. Oft fehlt es dabei nicht nur an der Motivation, die Projekte anzugreifen, sondern auch an der richtigen Strategie. Zunächst muss man also analysieren, warum man prokrastiniert.

 

Grund 1: Du schiebst etwas vor dir her, weil du Angst hast, dass du die Sache versaust.

 

Auch wenn man sich vor einer Sache fürchtet oder daran zweifelt, kann man dieses Gefühl zur Motivation nutzen. Die Überlegung läuft damit nicht in die gewohnte Richtung „Welche Erfolge erreiche ich, wenn ich das Projekt abschließe?“, sondern konzentriert auf negative Aspekte, deren Auswirkungen man durch das Erledigen verhindern kann. So kann man auf das fokussieren, was man bereits erreicht hat, und die Kraft daraus ziehen, dass man eben dieses nicht verlieren möchte. Zum Beispiel: Man versucht also, ein Projekt deshalb zu erledigen, weil man nicht möchte, dass der Chef enttäuscht oder wütend wird bzw. weil man das Vertrauen des Teams erhalten möchte. Macht man sich das bewusst, wird der Zweifel zur Motivation und Kraft, die Aufgabe rasch zu erledigen und hinter sich zu lassen. Das mag sich schrecklich anfühlen, aber es wirkt in der Tat.

 

Grund 2: Du schiebst etwas vor dir her, weil du dich nicht danach „fühlst“, es zu tun.

 

Hier kann man die Spock-Methode anwenden und die eigenen Gefühle einfach ignorieren. Oft verhindern das „sich nicht danach fühlen“ die Taten: dass wir nicht ins Fitness-Studio gehen oder Aufgaben angreifen. Wir glauben, dass wir das Gefühl brauchen, um uns zu motivieren und zu handeln. Im Grunde ist das aber nur eine Ausrede. Es ist natürlich sehr hilfreich, wenn man sich danach fühlt, etwas zu tun und es wird einem dann auch leichter fallen. Aber wir brauchen das Gefühl nicht, um tatsächlich zu handeln. Die Wahl, sich nach etwas zu fühlen oder nicht, liegt bei uns selbst. Nichts hält uns auf, auch die Dinge zu tun, nach denen wir uns gerade nicht „fühlen“. Um es mit den Worten des Künstlers Chuck Close zu sagen:

 

„Inspiration is for amateurs. The rest of us just show up and get to work.“

 

Grund 3: Du schiebst etwas vor dir her, weil es schwer, langweilig oder irgendwie unangenehm ist.

 

Eine strikte „Wenn-Dann-Planung“ kann hier helfen. Das bedeutet, man spezifiziert die Schritte der Aufgabe und legt das „Wo“ und „Wann“ fest. Zum Beispiel: „Wenn es 14 Uhr ist, dann werde ich mit allem aufhören, was ich tue und mich an den Bericht für Klaus setzen.“ Oder: „Wenn der Chef meine Anfrage im Meeting nicht anspricht, dann werde ich es selbst ansprechen bevor das Meeting zu Ende ist.“ Diese klare Struktur zeigt an, wann etwas erledigt werden soll und verdängt Formulierungen wie „Muss ich das nun wirklich tun? Kann das nicht warten? Ich sollte etwas anderes vorher noch machen!“ Kognitiv fördert die „Wenn-Dann-Planung“ die Willenskraft und gibt in der Situation das Gefühl, man habe die richtige Entscheidung schon vor dem eigentlichen kritischen Moment getroffen. Studien zur Methode bestätigen eine Zunahme von bis zu 300% bei Produktivität und der Ziel-Erreichung.

 

Wenn es darum geht, unliebsame Dinge zu erledigen, ist das nie wirklich einfach oder angenehm. Trotzdem bieten die hier genannten Methoden eine Möglichkeit, die Dinge anzugreifen und die Belastung und den Stress zu reduzieren, die durch die Prokrastination entstehen. Damit bleibt hinterher mehr Freiraum für die Projekte und Aufgaben, an denen man wirklich Freude hat.

 

Quelle: http://goo.gl/dl7fLq

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